Ein Risiko einzugehen ist ungefähr das gleiche wie mit verbundenen Augen in einen Abgrund des Unbekannten zu springen.
warum es dich stärker macht ein Risiko einzugehen

Ein Risiko einzugehen ist beängstigend

… und es ist noch schlimmer, wenn du viel zu verlieren hast.

Große Veränderungen im Leben sind immer ein Risiko. Liebe ist ein Risiko. Beziehungen jeglicher Art sind ein Risiko. Aber ist es die Liebe nicht immer wert?

Es ist besonders beängstigend, wenn du eigentlich wirklich alles hast, aber du das Bedürfnis verspürst, etwas in deinem Leben verändern zu wollen. Dann musst du nämlich eine Entscheidung treffen. Bleibst du in deiner Komfortzone oder wagst du es, daraus auszubrechen?

Du kannst nämlich nur vorankommen wenn du ein Risiko eingehst, denn in deiner Sicherheitsblase wird sich nie etwas entwickeln können.
Manchmal musst du sogar dich selbst verwandeln, um überhaupt etwas zu verändern.

die vorteile davon ein Risiko einzugehen

Meine persönliche Geschichte, wie ich ein Risiko einging

Die Entscheidung von heute auf morgen

Ich kann aus einer persönlichen Erfahrung sagen, dass es manchmal das Beste ist, ein Risiko einzugehen. Es kann furchteinflößend sein und sogar dazu führen, dass andere denken, dass du deinen Verstand jetzt komplett verloren hast. Dein logischer Verstand könnte schreien: “Das ist so dumm”, aber dein Herz ruft: “Was auch immer, lass es uns versuchen!”. Und schon ist man mitten in einen harten Konflikt mit sich selbst geraten.
Aber ich war schon immer der Überzeugung, dass es richtig ist wenn ich meinem Herzen folge. Also vertraue ich immer erst meiner Intuition vor meinem logischen Verstand.

Ich bin vor ein paar Jahren, im Jahr 2009, ein spontanes Risiko eingegangen. Ich entschied mich dafür für eine Weile  in Stockholm zu leben, und traf diese Entscheidung nicht viel mehr als zwei Tage vor meiner Abreise. Ich hatte zwar zuvor schon länger im Sinn gehabt mal in’s Ausland zu gehen, und hatte auch schon ein bisschen Geld dafür gespart, aber der Zeitpunkt kam völlig spontan und ungeplant. Ich war also beinahe selbst überrascht, als meine spontane Entscheidung mich buchstäblich über Nacht auf eine Reise nach Schweden führte…

Ich buchte also einen Flug und kam in Stockholm an. Dabei hatte ich nicht viel mehr dabei als meine Tasche, ein wenig Geld und meine Kamera. Ich hatte auch nur ein Hotelzimmer für eine Nacht gebucht und absolut keine Ahnung, was ich dort oben in Schweden eigentlich tun wollte, oder wie lange ich überhaupt bleiben würde. Ich hatte hier in Deutschland sogar einen Job aufgegeben und beschlossen, das Leben von nun an einfach mal geschehen zu lassen. Ich wusste einfach, dass ich dieses Risiko eingehen musste, sonst würde ich es für den Rest meines Lebens bereuen, es nicht getan zu haben.

Ein Risiko eingehen Yoga Haltung

Das Abenteuer beginnt

Da ich in Schweden Familie habe, bin ich mit der Sprache vertraut. Deshalb war die Kommunikation überhaupt kein Problem für mich. Aber ich wollte dennoch alleine meinen Weg durch dieses Abenteuer gehen.

Natürlich holte mich schon am zweiten Tag die Realität ein und auch die Probleme als mir klar wurde, dass ich in den folgenden Nächten keine Bleibe hatte. Alle Hotels in Stockholm schienen wegen des Beginns der Ferienzeit vollig überbucht zu sein, und deshalb musste ich das letzte heruntergekommene Zimmer für die nächste Nacht nehmen und es mit 15 anderen Fremden teilen – worüber ich überhaupt nicht sehr glücklich war.

Aber genau hier traf ich ein Mädel, das sich in einer sehr ähnlichen Situation befand und genau wie ich eine Wohnung in Stockholm suchte. Sie war Deutsche, und als ich das Zimmer betrat, telefonierte sie mit einem Kerl, der ihr ein Zimmer vermieten wollte. Er sagte, er könne sie aber erst in ein paar Tagen treffen und ihr dann die Schlüssel geben, weil er noch im Ausland war.

Sie legte auf und wir begannen miteinander über unsere ähnliche Situation zu reden. Sie sagte, dass der Kerl am Telefon ihr einige Freikarten für eine dreitägige Fährreise nach Finnland angeboten hatte (die am nächsten Tag gleich ablegen sollte), welche er aber nicht wahrnehmen konnte, weil er ja noch im Ausland war. Sie wollte diese Chance nutzen und fragte mich, ob ich nicht mit ihr kommen wollte. Ich sagte sofort Ja, aund das auch noch bevor ich ihren Namen kannte. Zumindest hätte ich für die nächsten zwei Nächte einen Schlafplatz, dachte ich… Und ich hatte ein gutes Bauchgefühl. Meine Intuition sagte mir, dass ich mir keine Sorgen machen sollte.

Da kommt noch mehr…

Doch damit noch nicht genug… Das lustige an der Sache war, dass der Freund des Typs am Telefon, (der auch die Tickets für die Fähre hatte), mit uns mitkommen und das Zimmer auf der Fähre mit uns teilen würde. Schließlich war der Trip ja ursprünglich für die 2 Jungs geplant gewesen. So trafen wir uns am nächsten Tag tatsächlich mit dem Fremden (der auch zufälligerweise Deutscher war) am Hafen und – zum Glück – schien er wirklich nett und okay zu sein, um gleich einen ganzen Trip quer über die Ostsee mit ihm zu machen. (Wir hätten zur Not sogar zwei getrennte 4er-Kabinen haben können.)

Wir hatten eine wirklich gute Zeit und wurden schnell Freunde. Vielleicht auch, weil dieser ganze Vorfall so verrückt und unglaublich war. Wir redeten und lachten viel während der Bootsfahrt und wurden mit finnischem Karaoke und kostenlosen Drinks an der Bar die ganze Nacht unterhalten.

Ich war nicht mehr allein in meinem Abenteuer und es gelang mir offensichtlich, die richtigen Leute und Situationen in mein Leben zu manifestieren, die ich damals wirklich brauchte. Alles nur, weil ich es gewagt habe, ein Risiko einzugehen.

Risiken eingehen ist gut

Alle Türen offen

Als wir nach dem lustigen, kurzen Ausflug nach Helsinki wieder zurück in Stockholm angekommen waren führte eins zum anderen und wir halfen uns gegenseitig, bis schließlich auch ich übergangsweise ein kleines Zimmer in einem kleinen Haus fand, in dem ich mit 9 anderen Leute zusammen wohnte. Es war ein rosafarbenes Holzhaus mit einem rosa Kirschbaum davor, der vor lauter Blüten zu explodieren schien. Es war sehr putzig und gemütlich, und ich hatte tolle ‘Nachbarn’. Nach zwei Wochen musste ich wieder in eine andere Wohnung umziehen, aber dieses Mal konnte ich dort während der Sommerzeit in Schweden ein paar Monate bleiben.

Ich hatte endlich genug Zeit, um kreativ zu sein (zum Beispiel um zu malen, zu kreieren, zu leben, die Stadt und die Natur zu erkunden). Aber ich wusste immer noch nicht wirklich, was ich dort oben in Schweden eigentlich wollte – vielleicht wollte ich neue Freunde finden, vielleicht meine Gedanke klären und vielleicht einfach mich selbst finden.
Nunja, all das ist auch passiert. Ich hatte Zeit, über Beziehungen nachzudenken, über die Menschen in meinem Leben, über echte Freunde und Dinge, die mir die Energie im Alltag raubten. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Yoga, aber ich habe so viel über einen Lebensstil gelernt, den ich heute als typisch ‘yogisch’ bezeichnen würde. Ich habe absolut im Hier und Jetzt gelebt und einen Vorgeschmack darauf bekommen, was es bedeutet, vollkommen präsent im Jetzt zu sein. Es war einfach nur so unfassbar spannend das Leben einfach mal so zu nehmen, wie es gerade kam, und all das willkommen zu heißen, was es mir zu bieten hatte.

Im Jetzt zu leben ist eine wundervolle Erfahrung, die sehr viele Türen öffnet, die man sich nicht einmal vorstellen kann.

Lange Rede, kurzer Sinn

Die Monate, die ich in Schweden verbracht habe, und diese verrückte Reise mit zwei Fremden auf einem Boot nach Finnland, haben mir einige der besten Erinnerungen beschert. Ich war dennoch nicht allzu traurig, als meine Zeit in Schweden endete. Stattdessen war ich mehr als dankbar, dass ich mutig genug war, das Risiko einzugehen, etwas wirklich “dummes” zu tun. Und ganz ehrlich gesagt zehre ich heute noch von dieser tollen Erfahrung. Das Ende der Zeit in Schweden war bittersüß und machte meine Rückkehr nach Deutschland in den Alltag leicht, weil sich mein ganzes Weltbild verändert hatte. Ich hatte irgendwie eine bessere und weitere Perspektive auf alles bekommen.

Es sind Abenteuer wie diese, die mich heute noch umhauen. Unkontrollierbare und unvorhersehbare Reisen sind definitiv lohnenswert.

Ich hatte die Chance, das Leben mich einfach mal dahin leiten zu lassen, wohin es mich Tag für Tag führen wollte, und ich lernte etwas ganz wichtiges für’s Leben: ein Risiko einzugehen ist eine gute Sache. Denn wenn man ins Dunkle springt sind die Chancen gut, dass man einen Raum mit vielleicht noch viel mehr Licht betritt.

Das sind die Erlebnisse, von denen dir keiner erzählen kann – du musst sie erleben.

Risiko eingehen Yoga Handstand

Warum es gut ist ein Risiko einzugehen

Ein Risiko einzugehen….

  • lässt dich ungeahnte Möglichkeiten entdecken
  • macht dich selbstsicherer
  • lässt dich dir selbst auferlegte Grenzen durchbrechen
  • lässt dich dein eignes Ich erforschen und macht dir deine tiefsten Gefühle und Gedanken bewusst
  • macht dich unabhängiger
  • macht dich glücklich
  • lässt dich im Hier und Jetzt leben
  • lässt dich lernen, dem Unbekannten auch mal zu vertrauen
  • lässt Sie neue Fähigkeiten entdecken
  • führt dich auf den Weg zu deiner Leidenschaft
  • schafft Veränderung
  • lässt dich lebendig fühlen
  • macht dich kreativ und spontan
  • schafft Klarheit darüber, was du willst und was du nicht willst
  • schafft neue Freunde und Erfahrungen mit Menschen

Auch wenn die Entscheidung, ein Risiko einzugehen, sich als ‘falsch’ herausstellen sollte – so hast du es dennoch versucht und du wirst danach immer weiser und reicher an Erfahrung sein.

 

 

Alle Fotos von www.bsx-world.com / Aufgenommen in Småland, Schweden

 

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