london tower bridge

Wie wäre es mit einem kleinen Kurztrip nach London während der Weihnachtszeit – klingt perfekt, oder?

Nun, das hatten wir uns erhofft, als ich und mein Freund Black Spirit X Anfang Dezember diese kleine Reise machten.

Es war eine spontane Idee diesen Kurztrip über ein langes Wochenende zu buchen, und wir hatten große Hoffnung auf eine schöne Weihnachtszeit dort drüben. Ich hatte in den letzten Wochen eine nervraubende und anstrengende Phase in meinem Leben, sodass ich mich wirklich darauf gefreut hatte, von allen Problemen mal eine kurze Auszeit zu nehmen.

Ich wünschte, ich könnte euch jetzt von all den wundervollen, glückselig-idyllischen und fröhlichen Dingen erzählen, die wir in dieser schönen Stadt erlebt haben, und euch von einer perfekten Urlaubszeit in London berichten, wie wir sie romantisch unter einem Weihnachtsbaum mit einer guten Tasse heißem Englischen Tee in unserem Hände verbrachten, aber das war leider einfach nicht der Fall.

Stattdessen haben wir das bekommen: Was auch immer schief laufen konnte, ist auch schief gelaufen. Und dieser Urlaub war der stressigste, den wir je hatten … :D

Aber lasst mich von Anfang an erzählen, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich darüber lachen oder weinen sollte, haha.
Ich finde dennoch, dass der Trip definitiv einen kleinen Blogpost verdient hat.

 

Die London Reise

Es begann damit, dass unser Hinflug nach London wegen des eisigen Wetters mehr als 2 Stunden verspätet war, sodass unser bestellter Shuttlebus zum Hotel auf uns warten musste, was den Fahrer offensichtlich etwas schlecht gelaunt stimmte.

Nachdem wir weitere 2 1/2 Stunden (!) im Londoner Verkehr festgesessen hatten, konnte der Fahrer unser Hotel nicht finden und sagte uns, dass wir die falsche Adresse bekommen hätten (was nicht stimmt – es war ein Fehler seiner Firma), und dann verlor der Mann die Beherrschung und weigerte sich, uns zu der Adresse zu fahren, die auf unserem Buchungsbeleg stand. Kurzum, er setzte uns mitten in London auf der Straße mit unserem Gepäck aus. Das erste, was wir also erlebten durften, war, irgendwo in London abhandengekommen zu sein. Was für ein toller Start! Dann mussten wir unseren Weg also zu Fuß ’nach Hause‘ finden, (ein Hoch auf die Navigations-Apps!;)) und glücklicherweise war es auch nicht mehr so ​​weit.

Als wir im Hotel ankamen, bekamen wir ein Zimmer mit einer wundervollen Aussicht auf die Themse, direkt gegenüber von der Tower Bridge. Wie toll!
Aber nach dem ersten Besuch im Bad fanden wir heraus, dass das Wasser im Waschbecken nicht ablief, und unsere Klimaanlage funktionierte auch nicht – sie konnte nicht ausgeschaltet werden, sodass es die ganze Nacht eiskalt war. Und noch eine Kleinigkeit war, dass unser Zimmer direkt neben dem Stromaggregator des Hotels lag – also mussten wir mitten in der Nacht in unseren Pyjamas zur Rezeption gehen, um es zu melden. Ich bin normalerweise kein unzufriedener Dauerbeschwerer, aber der Lärm war einfach unerträglich. Leider bekamen wir kein anderes Zimmer, weil das Hotel komplett ausgebucht war, also mussten wir stattdessen mit Ohrstöpsel und Schal schlafen gehen.

Wann immer wir zum Frühstück gehen wollten, mussten wir in einer langen Schlange warten, um einen Tisch zu bekommen. An unserem letzten Tag haben wir drei Versuche (!) gestartet, weil alles interessanter klang, als mindestens 30 Minuten in der Schlange zu warten. Ich wiederhole: für’s Frühstück.

Eine weitere schockierende Angelegenheit war, dass der rote Mantel, den ich trug, tatsächlich meine Haare in Pastellrosa färbte, was ich nicht beabsichtigt hatte. Es hat nicht einmal geregnet oder geschneit oder ist auf irgendeine andere Art nass geworden – ich habe nur drei Tage lang den Mantel getragen und jetzt habe ich pastellrosa Haarspitzen – auch noch nach mehreren Haarwäschen. Also kann ich das jetzt auch offiziell von meiner Lebensziel-Liste streichen.

Wann immer wir in einem Café eine Pause machen wollten, fanden wir keines – oder besser gesagt, wir fanden viele Cafés, aber kein einziges mit einem freien Tisch für uns.

Als wir die U-Bahn nehmen wollten, mit der wir gekommen waren, war die Station geschlossen als wir zurückkamen, und wir hatten es eilig – also mussten wir einen anderen Weg finden.

Wir wollten eine Burlesque-Show besuchen – und auch dazu kamen wir zu spät.

Mein Freund hatte passenderweise auch noch eine Erkältung, und hätte eigentlich im Bett bleiben sollen. (Ich hatte es dann auch kurz nach dem Urlaub wieder zu Hause…)

Wir sind mehrere Male in der falschen Ubahn gelandet (unsere Fähigkeit zu fokussieren schien offensichtlich auch etwas abbekommen zu haben … :D)

Wir hatten geplant, viele Fotos zu machen – und waren einfach nicht mehr in der Stimmung für Fotoshootings – schließlich war es einfach zu kalt und zu überfüllt. (Zumindest haben wir die Ergebnisse, die ihr oben und unten sehen könnt!)

Ich hatte irgendwann keine Lust mehr auf die Menschen in London. Für mich war diese Stadt viel zu vollgestopft (zumindest für meinen momentanen, erschöpften Geisteszustand) mit viel zu vielen unhöflichen Menschen, die in dich hineinrennen und dich fast dabei umwerfen, weil es ihnen einfach egal ist, dass so viel los ist. (Ich glaube ich bin viel zu sehr in mein Landei-Leben hier in Deutschland verliebt … :D)

Und. So. Weiter. Es sind die vielen kleinen Dinge, die sich zum Ganzen addieren.

 

Der Weg zurück nach Hause

Wir wollten den ,Check-in ‚Anruf für unseren Shuttlebus am Sonntag machen, so wie es unser ’superhöflicher‘ Shuttlebusfahrer uns bei unserer Ankunft gesagt hatte, nur um über eine Nachricht auf Band zu erfahren, dass ihre Öffnungszeiten nur von Montag bis Freitag sind. Also haben wir am Hotelschalter um Hilfe gebeten, um den Service zu kontaktieren. Es dauerte noch einmal 5 Versuche, sogar mit Hilfe des Hotels, um mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Am Tag unserer Heimreise ging der Krampf weiter. Und ratet mal: Als wir abgeholt werden sollten um zum Flughafen zu fahren, kam der Shuttlebus nicht. Wir warteten und warteten und wollten schon mit dem Zug selbst fahren, als tatsächlich ein Shuttlebus im Hotel ankam – aber der Fahrer suchte nicht nach uns. Wir haben ihn nochmals gefragt, ob er sicher ist, und nachdem er bei seiner Firma nachgehakt hatte, erzählte er uns, dass er in einem anderen Hotel auf uns gewartet hätte. Und die Leute, die er hier hätte abholen sollen, kamen auch nicht, also warteten wir mindestens 30 Minuten auf sie – umsonst. Es war pures Glück und Zufall, dass er zwei andere Personen von dem Hotel, in dem wir wohnten, abholen musste, sonst wären wir in London geblieben. Für immer! ;) Zumindest haben wir den Flug noch rechtzeitig erwischt.

Aber auf dem Heimflug wurde einer armen Frau neben uns im Flugzeug furchtbar übel und kollabierte auch total, also mussten die Notärzte nach ihr schauen und sie hinaustragen, nachdem das Flugzeug gelandet war, und bevor wir aussteigen konnten. Hoffen wir mal, dass es ihr wieder gut geht.

Was für ein wundervolles Finale!

Aber wir haben unser Gepäck bekommen. Was mir fast wie ein kleines Wunder erscheint …;)

Ich muss immer noch lachen, wenn ich all diese Dinge zusammenfasse, die schief gelaufen sind, weil jedes sich wie eine Ohrfeige vom Universum angefühlt hat – oder wie eine ganze Verschwörung vielleicht … ;D

Und wir waren wirklich so erleichtert, als wir endlich in unser eigenes Bett zu Hause fallen durften.

 

Keinen Unmut

Nachdem man das alles gelesen hat, könnte man vielleicht den Eindruck haben, dass unser Urlaub eine gänzlich, total schreckliche Reise war. Aber das ist mit Sicherheit auch nicht wahr. Schließlich mussten wir uns ’nur‘ mit echten „Luxusproblemen“ auseinandersetzen, und ich bin trotzdem glücklich und dankbar für dieses kleine „Abenteuer“. Es ließ uns auf jeden Fall zusammenwachsen, auch in stressigen Zeiten! ;)

Wir hatten sogar auch wundervolle Momente in London. Unser Lieblingsort war auf jeden Fall der Weihnachtsmarkt am Riesenrad ‚London Eye‘, wo wir mehrere Tassen dieses schmackhaften heißen Glühweins genossen. Oder das Chinesische Restaurant an der Waterloo-Station, das wir sogar zweimal besuchen mussten … :) Auch der Camden-Markt und die Straßen von Kensington waren sehr schön mit all der Weihnachtsdekoration.

Und schließlich haben wir ja auch ein paar schöne Bilder als Erinnerungen bekommen.

Aber wenn ich das nächste Mal eine Reise buche, dann werde ich darum beten, dass es weniger anstrengend wird.

 

EDIT: Und ganz zum Schluss, an unserem letzten Tag in London, haben wir schließlich doch noch unser von Anfang an heiß ersehntes Teehaus gefunden und konnten dort eine richtig tolle (und teure ;) ) London-Nachmittagstee-Zeit verbringen, mit ganz viel Kuchen, Tee, Keksen und noch mehr Kuchen. Lecker!

 


Erzählt uns eure Geschichten

Habt ihr auch ein paar lustige, frustrierende Erfahrung zu teilen?
Gab es mal einen Urlaub oder einer Reise, bei der gar nichts wie geplant geklappt hat?

Lasst es mich wissen, ich will mit euch lachen (oder weinen)! ;)

 

Ich war nichtmal in der Stimmung, ein einziges Foto mit meiner „guten“ Kamera zu machen, also wurden alle Fotos von Black Spirit X aufgenommen. Unten findet ihr einige weitere Eindrücke von unserer Reise. (Und noch viele weitere Fotos hier: www.bsx-world.com)

Alles Liebe und habt eine wundervolle vorweihnachtliche Zeit,
Elaine

 


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(Ursprünglich veröffentlicht am 14.12.2017 auf The Vintage Romance.)

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